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Staatsangehörigkeit

 

Staatsangehörigkeit

STANDESAMT

ABTEILUNG FÜR STAATSANGEHÖRIGKEIT

T. +49 221 40087 48
F. +49 221 406035 

colonia.cittadinanza@esteri.it

 

A) Das italienische Staatsangehörigkeitsrecht

Das italienische Staatsangehörigkeitsrecht gründet sich auf dem Prinzip des ius sanguinis (Blutrecht), so daß das Kind eines italienischen Vaters oder einer italienischen Mutter italienischer Staatsangehöriger ist. Aufgrund eines entsprechenden Urteils des Italienischen Verfassungsgerichts überträgt eine italienische Mutter die italienische Staatsangehörigkeit auf ihre minderjährigen Kinder erst seit dem 01.01.1948

Gegenwärtig unterliegt die italienische Staatsangehörigkeit dem Gesetz Nr. 91 vom 5.12.1992, das im Unterschied zum vorgangeganenen Gesetz den individuellen Wunsch nach Erwerb oder Verzicht der Staatsangehörigkeit stärker berücksichtigt und das Recht auf gleichzeitigen Besitz mehrerer Staatsangehörigkeiten anerkennt, allerdings unter dem Vorbehalt entsprechender internationaler Vereinbarungen.

Erwerb der italienischen Staatsangehörigkeit

Automatischer Erwerb

1) Durch Geburt als Kind italienischer Mutter/Vaters;
2) durch Geburt auf italienischem Staatsgebiet,

- wenn die Eltern unbekannt oder staatenlos sind oder sie ihre Staatsangehörigkeit nach dem Gesetz ihres Staates nicht automatisch auf das Kind übertragen;
- wenn das Kind Unbekannter verlassen auf italienischem Staatsgebiet gefunden wird und es nicht möglich ist, seinen status civitatis zu definieren.

3) Durch Anerkennung der Vaterschaft oder Mutterschaft des Minderjährigen (falls der Kind volljährig ist, muß es die Staatsangehörigkeit innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Anerkennung selbst wählen).
4) Durch Adoption, wenn der ausländische Minderjährige von einem italienischen Staatsangehörigen durch Beschluß der zuständigen italienischen Justizbehörden adoptiert worden ist oder wenn die Adoption im Ausland erfolgt und in Italien durch Verfügung (durch ein Gericht für Minderjährige) mit der Eintragung in das Personenstandsregister rechtskräftig geworden ist.
Wenn der Adoptierte volljährig ist, kann er die italienische Staatsangehörigkeit nach 5jährigem Aufenthalt in Italien ab dem Zeitpunkt der Adoption erwerben (s. Erwerb der italienischen Staatsangehörigkeit auf Antrag)

Erwerb auf Antrag

Alle volljährigen Personen, welche die Anerkennung bzw. Zuerkennung der italienischen Staatsangehörigkeit beantragen, haben eine konsularische Gebühr in Höhe von 300,- Euro zu entrichten; Siehe  Mitteilung in italienischer Sprache.

1) Willenserklärung des Betreffenden

Wenn der Ausländer durch Geburt Abkömmling bis 2. Grades eines italienischen Staatsbürger ist, kann er die italienische Staatsangehörigkeit beantragen, wenn er – alternativ –:

- seinen Wehrdienst bei den italienischen Streitkräften ableistet;
- eine Arbeitsstelle – auch im Ausland - beim öffentlichen Dienst des italienischen Staates antritt;
- über 2 Jahre seit Erreichen der Volljährigkeit ordnungsgemäß in Italien ansässig ist.

Wenn der Ausländer auf italienischem Staatsgebiet geboren ist, kann er die italienische Staatsangehörigkeit erwerben, wenn er von Geburt bis zum Erreichen der Volljährigkeit ununterbrochen ordnungsgemäß in Italien ansässig ist.

2) Eheschließung mit einem/er italienischen Staatsbürger/in

Voraussetzungen:
- der Antragsteller muß seit Eheschließung mindestens zwei Jahre ordnungsgemäß in Italien ansässig sein; wenn die Betreffenden im Ausland ansässig ist, muß die Ehe seit 3 Jahren bestehen. Wenn eigene Kinder oder adoptierte Kinder vorhanden sind, reduzieren sich die Fristen um die Hälfte;
-    zum Zeitpunkt der Annahme des Dekrets über den Erwerb der italienischen Staatsangehörigkeit darf die Ehe nicht aufgelöst, annulliert oder zivilrechtlich beendet sein und keine faktischeTrennung bestehen;
- es dürfen keine Vorstrafen bestehen;
- es dürfen keine Hindernisse im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit bestehen.

Der Antrag auf Erlangung der italienischen Staatsangehörigkeit ist über die Präfektur des Wohnortes bzw. bei Ansässigkeit im Ausland über das italienische Konsult bzw. die Botschaft an das italienische Innenministerium zu richten.

3) Einbürgerung

Voraussetzungen: der Antragsteller muß
- 10 Jahre ordnungsgemäß in Italien ansässig sein;
- über ein ausreichendes Einkommen verfügen;
- keine Vorstrafen haben;
- auf die vorherige Staatsangehörigkeit verzichten (soweit erforderlich).

Die erforderliche Dauer der Ansässigkeit in Italien kann unter bestimmten Voraussetzungen kürzer sein:
- drei Jahre Ansässigkeit für die Nachkommen bis 2. Grades ehemals italienischer Staatsangehöriger per Geburt und für Ausländer, die auf italienischem Staatsgebiet geboren worden sind;
- vier Jahre ordnungsgemäße Ansässigkeit für Bürger eines EU-Staates;
- fünf Jahre ordnungsgemäße Ansässigkeit für Staatenlose und Flüchtlinge sowie für volljährige, von italienischen Staatsangehörigen adoptierte Ausländer;
- sieben Jahre ordnungsgemäße Ansässigkeit für die Übertragung der Staatsangehörigkeit an den Sohn/Tochter eines italienischen Staatsbürgers;
- keine Ansässigkeit ist für Ausländer erforderlich, die wenigstens fünf Jahre im öffentlichen italienischen Dienst – auch im Ausland – tätig waren.
Der Antrag auf Einbürgerung ist über die Präfektur der Provinz des Wohnortes an den Staatspräsidenten zu richten.

Wiedererwerb

Wer die italienische Staatsangehörigkeit verloren hat, kann sie wieder erwerben

automatisch
-    nach Ablauf eines Jahres seit Aufnahme des Wohnsitzes in Italien, falls nicht innerhalb der gennannten Frist ein Verzicht erklärt worden ist;

auf Antrag
- wenn er für den italienischen Staat Wehrdienst leistet;

- wenn er in den öffentlichen Dienst des italienischen Staates, auch im Ausland, aufgenommen wurde oder wird;

- wenn er im Ausland ansässig ist und gegenüber den italienischen Konsularbehörden im Ausland eine Erklärung abgibt, derzufolge er die italienische Staatsangehörigkeit wiedererlangen möchte, und wenn er seinen Wohnsitz vor Ablauf eines Jahres ab Abgabe der Erklärung nach Italien verlegt;

- wenn die Antragstellerin ihre italienische Staatsangehörigkeit durch die Eheschließung mit einem ausländischen Staatsbürger vor dem 01. Januar 1948 automatisch verloren hat und eine Erklärung abgibt, derzufolge sie die italienische Staatsangehörigkeit wieder erlangen möchte.

 

B) Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht

Das neue Gesetz zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts ist am 1. Januar 2002 in Kraft getreten. Mit der Änderung des Ausländergesetzes wurde auch das Einbürgerungsverfahren erleichtert. Nachstehend die für Italiener wichtigsten Änderungen:

In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern
Alle Kinder ausländischer Eltern, die nach dem 01.01.2000 in Deutschland geboren werden, erhalten automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn wenigstens ein Elternteil
- seit 8 Jahren ständig in Deutschland ansässig ist und
- die Aufenthaltsberechtigung oder seit mindestens 3 Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt.
Wenn das Kind eine andere Staatsangehörigkeit besitzt, muß es sich bei Erreichen der Volljährigkeit und spätestens mit Vollendung des 23. Lebensjahres für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Wenn es keine Erklärung abgibt, verliert es die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch.

Beantragung der deutschen Staatsangehörigkeit
Aufgrund einer bilateralen Vereinbarung zwischen Italien und Deutschland gelangt seit dem 22.12.2002 Art.87, Abs.3 des deutschen Gesetzes zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts (s.o.) zur Anwendung, demzufolge Bürger der Europäischen Union die deutsche Staatsangehörigkeit unter Beibehaltung ihrer ursprünglichen erwerben können, vorausgesetzt es besteht Gegenseitigkeit. Diese Voraussetzung der Gegenseitigkeit erfüllt die italienische Rechtsordnung mit dem Dekret des italienischen Innenministers vom 25.02.2002, demzufolge ein Deutscher beim Erwerb der italienischen Staatsangehörigkeit seine deutsche Staatsangehörigkeit behalten kann.

Ein italienischer Staatsangehöriger hat nach Art.85 des deutschen Gesetzes Anspruch auf Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaften unter Beibehaltung der italienischen unter folgenden Voraussetzungen:Der Betreffende
- muß 8 Jahre legal in Deutschland ansässig sein;
- muß im Besitz einer regulären Aufenthaltserlaubnis oder –berechtigung sein;
- muß sich zur Achtung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennen;
- darf keine Aktivitäten ausüben, die den Verfassungsgrundsätzen zuwiderlaufen;
- muß fähig sein, den eigenen Lebensunterhalt und den seiner unterhaltsberechtigten Familienangehörigen zu bestreiten, ohne Bezieher von Sozial- oder Arbeitslosenhilfe zu sein;
- darf nicht wegen einer Straftat (mit Ausnahme von Bagatelldelikten) verurteilt worden sein;
- muß über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

Das deutsche Gesetz sieht außerdem vor, daß die deutsche Staatsangehörigkeit auch den Familienangehörigen des die deutsche Staatsangehörigkeit erwerbenden italienischen Staatsbürgers zusätzlich zu den oben genannten, auch unter folgenden Bedingungen gewährt werden kann:
- dem Ehegatten des italienischen Staatsangehörigen, der bereits die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten hat, wenn die Ehe seit mindestens zwei Jahren besteht und der Ehegatte seit mindestens vier Jahren in Deutschland ansässig ist;
- den Kindern unter 16 Jahren eines italienischen Staatsangehörigen, die in seinem Haushalt leben und seit mindestens drei Jahren in Deutschland ansässig sind.

Grundvoraussetzung für das Erlangen der deutschen Staatsangehörigkeit ist eine ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache. Diese Kenntnis wird von den zuständigen deutschen Behörden überprüft, beispielsweise wird der Bewerber aufgefordert, einen Zeitungsartikel zu lesen und den Inhalt mündlich zusammenzufassen. Für Analphabeten sind spezielle Tests vorgesehen. Italiener, die seit über 12 Jahren in Deutschland ansässig und über 60 Jahre alt sind, können die deutsche Staatsangehörigkeit auch mit eingeschränkten Deutschkenntnissen erwerben, allerdings müssen sie nachweisen, daß sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können und eine angemessene Unterkunft haben.

Die deutsche Staatsangehörigkeit ist bei den zuständigen deutschen Behörden (in den meisten Städten ist es das Ausländeramt) zu beantragen. Diese prüfen, ob die oben genannten Bedingungen erfüllt sind und geben weitere Auskünfte und Informationen. Die Einbürgerung ist gebührenpflichtig.


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